Von Markus van Appeldorn
Die renommierte Zeitung berichtet über das Deutschlandticket. Dazu stellt das Blatt einige der schönsten Bahnstrecken Deutschlands vor.
Die Redakteure der New York Times (NYT) scheinen es kaum fassen zu können, dass es so etwas in Deutschland gibt: das Deutschlandticket. Unter dem Titel „5 atemberaubende deutsche Zugreisen zum Schnäppchenpreis“ schreibt das Blatt von Deutschland als einem Land mit einem der weltweit am stärksten ausgebauten öffentlichen Transportsysteme. Und für „gerade mal 58 Euro“ brauche man damit keine Tickets mehr für seine Reisen zu organisieren – Fahrten in Fernzügen wie IC oder ICE ausgenommen. ,,Mit dem Deutschlandticket umgehen Sie die übermäßig komplizierten lokalen Ticket-Systeme in Deutschland, die sogar die Einheimischen verwirren“, gibt das Blatt einen wertvollen Reisetipp und offenbart damit profunde Deutschlandkenntnisse. ,,Egal wo Sie sind: Sie können einfach in jedes Verkehrsmittel einsteigen, gleich ob Bus, Straßenbahn oder U-Bahn“, heißt es dort weiter – und eben auch „Dampfzüge aus dem 19. Jahrhundert“. Damit ist dann etwa das Zittauer Boahnl gemeint.
Beeindruckende Felsformationen
Alsdann listet die NYT einige Bahnstrecken als „landschaftlich reizvollste Ausflüge“ auf, die man mit dem Deutschlandticket genießen kann. Bahnfahrten, bei denen sich US-Touristen möglicherweise vorkommen wie in Disneyland – nur in echt. Unvermeidlich freilich ist in der Liste die Rheinstrecke von Köln nach Mainz entlang des Mittelrheins aufgeführt. Der Mittelrhein gilt als Inbegriff der deutschen Romantik. ,,Weltkulturerbe, vorbei an Burgen, Weinbergen und dem berühmten Loreleyfelsen“, zählt das Blatt alle diese Attribute auf. Die NYT zitiert dabei auch das Magazin „Stern“, laut dem es sich um die „vielleicht schönste und romantischste Bahnstrecke Deutschlands“ handele.
Die Reise in die Oberlausitz und ins Gebirge empfiehlt die NYT von Berlin aus. Die Reise führe in die „charmante und weitgehend unentdeckte historische Altstadt von Zittau“. Damit meint das Blatt womöglich, dass Zittau touristisch noch nicht sehr bekannt sei.
Die Stadt liege am Fuß des Zittauer Gebirges mit „beeindruckenden Felsformationen“, deren charakteristischen Formen ihnen auch Namen eingetragen hätten, etwa „Betende Nonnen“ oder „Brütende Henne“. Ins Gebirge nach Oybin gelange man von Zittau aus mit einer „Schmalspurdampfbahn aus dem 19. Jahrhundert“. Die gehöre zum öffentlichen Nahverkehr, koste aber zehn Euro „Historik-Aufschlag“.
Als eine weitere Romantiktour empfiehlt die NYT eine Fahrt von München nach Füssen – zu „Cinderellas Castle“. Gemeint ist Schloss Neuschwanstein. Das lässt wahrscheinlich kein US-Tourist bei einem Deutschlandbesuch aus. Doch hier kommt die NYT in der Welt der deutschen Märchen etwas durcheinander.,,Cinderella“ nämlich war einst eine Disney-Adaption des ,,Aschenputtel“-Märchens. Nach dem Vorbild von Neuschwanstein wurde in Disneyland in Kalifornien jedoch das „Dornröschen“-Schloss errichtet. ,,Walt Disneys Inspiration für das Schloss der schlafenden Schönheit“, schreibt das Blatt denn auch wieder richtig. Auf diese Art diente das Schloss von Bayerns „Märchenkönig“ Ludwig II. auch als Vorlage des Logos der Disney-Filmstudios.